Einführung in den Tai chi – Kurs

Ich möchte Sie alle ganz herzlich zur Tai Chi Stunde für Anfänger begrüßen. Mein Name ist Inge Formann. Ich übe seit 12 Jahren Tai Chi, und ich möchte Ihnen heute einen ersten Eindruck von der Tai Chi-Pekingform vermitteln.


 

Die Pekingform

Die Pekingform besteht aus 24 Bildern oder Sequenzen, die nacheinander durchlaufen werden. Die ersten beiden Bilder möchte ich Ihnen in dieser Stunde zeigen und wir werden diese Formen dann gemeinsam üben.

Tai chi im Freien in Kassel

Jedes der 24 Bilder hat einen eigenen Namen.
So nennt man das 1. Bild schlichtweg den Anfang oder das Qi wecken,

das 2. Bild heißt die Mähne des wilden Pferdes teilen.
Das Qi – die Lebensenergie- soll beim Tai Chi üben geweckt und gemehrt werden.

Das Qi befindet sich der chinesischen Definition nach im Dantian, das ist ein Punkt, der sich ca. 2 cm unterhalb des Bauchnabels und 2 cm in Richtung Körpermitte befindet.
In diesen Punkt wird geatmet.

Tai Chi ist eine Bewegungsmeditation, die dem Widerherstellen des inneren Gleichgewichts dient. Die Aufmerksamkeit des Übenden ist ganz und gar bei seinen Bewegungen.
Er ist angehalten bei voller Konzentration „Gelassenheit“ zu bewahren, dies wirkt sich einzigartig auf das zentrale Nervensystem aus, welches weitere Prozesse im Körper steuert und anregt. So wird z.B. das Immunsystem gestärkt.
Beim Üben gelangt man in eine lebensbejahende Gemütsverfassung.

Meine eigene Erfahrung mit Tai Chi:
Rückenprobleme, die ich früher hatte sind durch regelmäßiges Üben verschwunden.
Ich kann aber auch Stress und Ärger schneller loslassen.
Und Ta Chi hat mir geholfen mich leichter zu konzentrieren und zu entspannen.

Wenn man übt, kann man nur an die Bewegung denken, an nichts anderes. Man ist mit seiner Aufmerksamkeit ganz bei der Sache, ganz bei sich und ganz in der Gegenwart – das allein wirkt schon entspannend.

Was mich am Tai Chi fasziniert, sind die fließenden Bewegungen und das Üben in der Gruppe. Das gibt mir das Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein.

Es geht beim Tai Chi, um die Aktivierung innerer Prozesse, die Aufmerksamkeit beim Üben wird ganz bewusst nach innen gelenkt.

Innere und äußere Bewegungen sollen darum im Einklang erfolgen.
Innere Bewegung meint das innere Steigen und Sinken, das Aufnehmen, bzw. Aufbauen und Abgeben von Energien, auch das damit zusammenhängende Ein- und Ausatmen sowie die Vorstellung von Yin und Yang.

Es geht darum loszulassen, lockerzulassen und zu entspannen aber trotzdem eine gewisse Struktur zu erhalten und ganz wachsam zu sein.